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Der Strom kommt bei uns aus der Steckdose - oder ?
Doch langsam wird er kostbar (und teuer), dieser Strom.

Sollten wir darüber nicht mal nachdenken ? Auch im Kleinen läßt sich da einiges einsparen.

Die Switches mit Hochleistungs Technologie waren mal sehr sehr gut. Warum sollte man die mittelfristig entsorgen ?

HP 200 VG Switches

Bei Super- Profi- Switches sind wir Anfang 2000 eingestiegen, als die Leistungsfähigkeit der "normalen" Switches nicht mehr ausreichte.

Wir hatten damals zuerst die HP 2000 Switches mit 10MBit/s Modulen und wenigen 100 MBit/s VG Anylan Modulen. Dann kamen die HP 100 Mbit/s Switches Procurve 4000m sogar mit einem oder zwei Gigabit Modulen und es wurde dennoch eng im Netzwerkknoten. Die Procurves waren bei kleinen Paketen intern zu langsam.

Vorher hatten wir sogar nur 10 Mbit/s Switches von D-Link, doch die waren noch viel viel langsamer. VG-Anylan wurde irgendwann mangels Akzeptanz von HP fallen gelassen.

Nach HP kamen die ersten Ciscos in 2002

In 2002 importierten wir eine große Menge an US amerika- nischen Hightech-Geräten herüber, darunter auch diverse Super- Switches von Cisco, Nortel, Fore Marconi, Berkeley Networks und von Bay-Networks. Darunter waren sogar Monsterswitches mit 4 x 700 Watt Netzteilen voll redundant. Alle anderen Switches hatten zumindest 2 redundante Netzteile. Alle hatten eines gemeinsam, die Technologie der extrem schnellen Schalt-Prozessoren brauchte Strom, viel Strom.

Die Fore Marconi / Berkeley Networks / Nortel Switches
Sie brauchen zwischen 220 und 2.100 Watt, Tag und Nacht.

Die ESX 2400 Einzelmodule
Der ESX 4800 mit 2,1 KW !!

Diese Switchfamile war wie auch die von Cisco in großflächigen 19" Platinen modular aufgebaut. Aber bei den Bay Networks ESX 2400 konnte man jedes einzelne Modul auf Wunsch in einem eigenen 19" Gehäuse bekommen mit je einem eigenen internen 220 Watt Netzteil (110V bis 240V auf 48 Volt gewandelt). Und das jeweilige Switch Modul brauchte auch genau diese 220 Watt (also 100% Auslastung!!). Die Abwärme wurde mit zwei sehr lauten Lüftern nach draußen geblasen. Sichtbar waren die 48 Ports je 100 Mbit Ethernet oder 2 x OC12c (622 Mbit ATM) oder zwei x 3 ports of 1000Base-Glasfaser Ethernet. Man konnte 4 solcher Einheiten in einem Rahmen bzw. Stack betreiben, dann waren das insgesamt 880 Watt.

Bei dem ganz großen ESX 4800 konnte man 8 x 48 Ports mit 100 Mbit/s Ethernet mit einer Netzaufnahme- Leistung von gut 2100 Watt betreiben, dauernd, Tag und Nacht. Bei den ESX Switches kommt je Organisationseinheit noch ein WIN NT Steuer-PC dazu, also nochmals 120 Watt Minimum.

Was zuviel ist, ist zuviel. Und sei er noch so edel und schnell.
Der Bay Networks Centillion 100 braucht 155 Watt.

Bay Networks - Centillion 50
Bay Networks - Centillion 100

Da der HP Procurve 4000m zu langsam war, wir aber den exorbitanten Stromverbrauch der dicken Fore und Cisco Switches nicht bezahlen wollten und konnten, nahmen wir uns den Nortel (= Bay Networks) "Centillion 50 und Centillion 100" vor.

Die Switch-Geschwindigkeit insbesondere bei kleinen Ethernet- Daten-Paketen schlug alles bisher Dagewesene um Längen. Mit einem Netzteil (von zweien) und 4 Einschüben a 24 x 100 Mbit und der obligatorischen Steuer- / Verwaltungs-CPU verbrauchte er über 250 Watt, dann mit zwei Netzteilen sogar fast 300 Watt. Hier konnte man schon sehen, daß die beiden Netzteile einiges an Strom brauchten zum Vorhalten der Ausfallsicherheit.

Mit nur einem 12 Port 100 Mbit Glasfasereinschub und einem 24 Port RJ45 Enschub und einem Netzteil brauchte er immer noch stolze 155 Watt Tag und Nacht.

Nach der Auslagerung unserer Web-Server zum Ende 2005 in ein Datencenter brauchten wir in Büro und Labor diese Leistung nicht mehr und reduzierten damit den Stromverbrauch durch Verwendung eines Level-One Switches Type FSW-2407-TFX mit 24 x RJ45 und 1 x Glasfaser (auf der Rückseite) und nur noch 48 Watt Stromaufnahme. Die Switchleistung bei Vollast war nicht mehr ganz befriedigend, doch mit kleiner Mannschaft fiel das gar nicht so auf.

Der 1998er Level-One FSW 2407 TFX braucht 48 Watt

Der Level-One FSW 2407 TFX
Gruppen- Bedientasten
das Innenleben mit Netzteil

Eigentlich ist es ein SOHO (small office und/oder home office) Switch. Doch die Schaltleistung für diese Kategorie von 1998 ist erstaunlich und gewaltig. Mit den Tasten lässt sich der Switch auch ein bißchen konfigurieren.

Doch werfen Sie einen Blick hinein, mit welchen Chips bzw. mit welcher Anzahl von Chips diese Technik konstruiert wurde.

Auch das Netzteil ist mit 55 Watt ein recht großes Teil für solch einen Switch und die maximalen 55 Watt braucht er fast alle. Die beiden kleinen Lüfter machen dazu einen ganz schönen Krach. Also als Home-Office Produkt ist es schon sehr weit her geholt.

Die 6 länglichen RJ45 Treiber-ICs ganz unten im 3. Bild waren Quad Bausteine, die jeweils 4 x RJ45 Buchsen angeschlossen hatten. Eine Reihe weiter oben waren die 6 quadratischen Switch-Chips für das Durchschalten der Dateströme, die von 2 CPUs (quadratisch mit Kühlkörper) gesteuert wurden. Der dritte Chip mit Kühlkörper links von dem Glasfasereinschub verwaltet den 100 Mbit Glasfaser Anschluß.

Der 2004er Level-One GSW 2492 braucht nur noch 18 Watt

Dieser Switch ist jetzt 6 Jahre jünger als der oben drüber. Die Technik ist immer noch ähnlich, doch die Chips sind leistungsfähiger geworden und brauchen wesentlich weniger Energie. Neu hingegen ist, daß es zu den 24 Stück 100 Mbit/s RJ45 Ports (jetzt vorne) noch einen optionalen Einschub für zwei !! Gigabit Ports gibt. Damit muß natürlich der Switchprozessor auch diesen Durchsatz bringen. Es gibt auch nur noch einen Switchprozessor aber mit 8 Gigabit/s Datendurchsatz und neben dran einen SNMP Management Prozessor sowie RAM und Flash satt.

Dieser Switch braucht also nur noch 18 Watt Dauerleistung aus dem Netz (ohne den Port vorne rechts).

Das Netzteil ist natürlich schwächer ausgelegt als bei dem älteren Switch oben drüber und der Lüfter läuft damit recht leise. Er muß jetzt bedeutend weniger Wärme abführen.

Die Durchsatzleistung auch bei kleineren Datenpaketen ist sehr gut. Er schlägt die alten HP Procurve 4000 um Längen. Auch die webbasierte Management Oberfläche ist sehr handlich. Dazu hat er vorne einen RS232 Port zum Konfigurieren am Ort, wenn z.B. die IP Nummer nicht bekannt ist. Doch die SNMP Kontrolle über den Datenverkehr pro Port habe ich nicht zum Laufen bekommen. Die Beschreibung ist da "lückenhaft".

Der D-Link DES 1252 braucht nur noch 13 (dreizehn) Watt !!

Dann habe ich in Ebay im Okt 2010 diesen D-Link SNMP Switch (Baujahr etwa aus 2006) ersteigert, die Beschreibungen und Tests ließen Gutes erwarten. Dieser Switch hat 48 Ports !! mit 10/100 Mbit und 4 Gigabit Ports, davon könnten sogar 2 Stück mit Glasfaser Einschüben bestückt werden. Wir sprechen immer noch über die gleiche 19" Bauhöhe von 1 HE !!

Den Switch hatte ich gekauft, weil er auch SNMP Funktionalität besitzen soll. Hat er auch und sogar eine ganz Tolle.

Und dann habe ich ihn erst mal aufgemacht wegen der Fotos. Ein verblüffend keines 5 Volt Netzteil fiel mir auf und bewirkte ungläubiges Staunen. Das soll 30 oder 40 Watt können, das Handbuch spricht von 28 Watt im Mittel ?? Also mal sehen. Doch sehen sie selbst, was auf der Haupt-Platine alles drauf ist. Der Switch hat keinen !!!!! Lüfter, obwohl die zentrale CPU gewaltige 17 Gigabit/s Durchsatzrate verarbeiten können soll. Doch D-Link hat sich in den letzten Jahren als Profi Hersteller profiliert. Da muß etwas dran sein.

Auch dieser Switch hat sogenannte Quad-Port- Treiber für die RJ45 Ports, und davon entsprechend für 48 Ports ganz viele.
6 Switch ASICs schalten die Datenströme, die von der zentralen CPU befohlen werden. Und Sie sehen keine Kühlkörper auf den Chips !! Das mit den 28 Watt könnte also durchaus stimmen.

Auf der Hauptplatine sitzen noch 1 oder 2 "DC to DC" Wandler verblüffender Weise auch ohne Kühlkörper, die aus den angelieferten 5 Volt weitere andere Spannungen "zaubern". Wie Sie oben bereits gelesen haben, die Leistungsaufnahme beträgt im Leerlauf wirklich echte minimale 13 Watt.

Die optischen Anzeigen pro Port sind sicher spartanisch mit nur je einer LED, die per SMD Technik auf die Platine geklebt wurden wie auch alle anderen Bauteile und per gebogenem Acryl Stäbchen nach vorne auf die Frontplatte leuchten. Doch in unserem EDV Raum braucht man diese LEDs selten. Die Software ist wichtiger. Und vor allem die SNMP Funktionalität.

Der aktuelle Strassenpreis (Okt. 2010) liegt bei etwa 350.- Euro. Der ebay (Gebraucht-) Preis lag bei 62 Euro. -

Da kommt demnächst noch etwas über die SNMP Möglichkeiten. Die Abfrage des Traffics pro Port über SNMP hatte geklappt und so konnte ich die wichtigen Ports live beachten. Die OIDs für Senden und Empfangen waren "1.3.6.1.2.1.2.2.1.10."portnr" sowie "1.3.6.1.2.1.2.2.1.16."portnr".

November 2013 - unser neuer Gigabit Switch
ZyXEL Gigabit 24-Port Switch GS1910-24

Ein neues Zyxel Produkt vom Herbst 2013 mit 24 Gigabit Ports

Da bei der Datensicherung jetzt doch kleine Engpässe auftreten, war es an der Zeit, nicht mehr nur die großen NAS Geräte an die vorhandenen 4 Gigabit Ports dran zu hängen, auch ein paar Stationen müssen über Gigabit angeschlossen werden. Vom Preis-Leistungsverhältnis unschlagbar ist der ZyXEL GS1910-24 Switch. In dem ct Test wurde außer der Geschwindigkeit unter anderem der Stromspar-Charakter herausgestellt. Die webbasierten Admin-Funktionen sind gigantisch, eigentlich völlig unglaublich - und die 24 Ports kosten gerade mal alle etwa 116.- Euro. Jetzt fristet der DES-1252 (48 Ports) sein Dasein nur noch als Reserve. Erstaunlich war bei der Umstellung auch, daß auf einmal alle 24 Ports belegt sind.

Der D-Link DES 1024D braucht nur noch 1 (ein) Watt !!

Ein Stromsparwunder mit 24 Ports

Der D-Link DES 1024D hat 24 Ports je 100 Mbit/s. Er ist natürlich für diese geringe Stromaufnahme nicht managebar und hat auch nur eine theoretische Datendurchsatzrate von 4,6 Gigabit/s anstelle von 8 bzw. 17 Gigabit bei den Modellen weiter oben.

Doch für eine kleinere private oder Büro-Umgebung mit 5 oder 6 PCs und 2 Servern und einer NAS Station ist das allemale ausreichend und wird selten an diese Grenze stoßen. Bei uns wird dieser Switch zum Anschluß der Printserver und anderer "low traffic" Geräte wie temporärer Notebooks verwendet. Der (Gebraucht-) Ebay-preis lag einmal bei 18.- und einmal bei 17.- Euro.

Auf dem unteren der rechten drei Bilder sieht man ein klitze kleines 8Watt Netzteil für nur noch eine Sekundär-Spannung und auf der Platine zwei Wandler für die benötigten anderen beiden Spannungen. Es geht also doch mit dem Stromsparen bei Tag- und Nachtbetrieb.

Erfahrung mit den D-Link DES 1024D

Von insgesamt 4 bei ebay ersteigerten gebrauchten Switches dieses Typs funktioniert nur einer problemlos. Einer geht gar nicht (Mainboard), und zwei sind irrsinnig langsam beim kaskadierten Datentransport, also praktisch unbrauchbar. Das ist die Kehrseite der "ebay" Medaillie. Und glauben Sie mir, die Verkäufer wußten das ganz genau.
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Fazit im Herbst 2010 - die moderne Technik spart inzwischen erheblich Strom und funktioniert dennoch deutlich schneller als die alte.

Innerhalb von 3 Jahren sind wir von 300 Watt über 155 Watt und dann längere Zeit 48 Watt jetzt ab Oktober 2010 auf sage und schreibe 13 Watt (rund um die Uhr) Dauerleistung für unseren zentralen Switch herunter gekommen. Das ist eine stolze Leistung von D-Link.

Austauschen ist angesagt, es ist besser für uns alle.
Hier noch ein triviales Beispiel:

Vergleichen Sie mal die ganz normalen Siedle Türsprech- Klingelanlagen, die in Millionen von Häusern vorne an der Straße mit 2 (zwei) 18 (achtzehn) Watt Sofitten-Birnen die Klingelschildchen anfunzeln. Denn diese 18 Watt Sofittenbirnen sind nach 10 Jahren (wie damals bei uns auch) deutlich geschwärzt und werden doch nur getauscht, wenn sie kaputt sind.

Da verbrauchen also Millionen Haushalte 36 Watt über Tag und Nacht und keiner hat es gemerkt. ?? Wir schon, denn bei uns leuchten jetzt 4 weiße LEDs sehr sehr hell mit insgesamt 1 Watt !!! auf beiden Klingelschildern.

Trauriges Negativ-Beispiel Level One - 4fach Hub mit 9 Watt

Hier hatten wir noch einen uralten 10 Mbit/s Hub für Testzwecke. Bei anderen Kunden wurde der aber in kleineren Büros zum Anschluß mehrerer Netzwerk-Drucker eingesetzt. Und jetzt stellen wir erschrocken fest, der frißt 9 Watt. Es ist ein wirklich uraltes Trafonetzteil mit einem extrem schlimmen (sehr sehr schlechten) Wirkungsgrad. Da hatte Level One geschludert mit dem EHU-0501TB. Das war auch damals schon nicht mehr zeitgemäß.

Weiterhin hatten wir über Jahre zwei Compushack Etherport Printserver in Betrieb.

Diese Printserver stellen bis zu 3 (Centronics) Drucker im lokalen Netz jedem Anwender zentral zur Verfügung. Doch das primitive Trafonetzteil frißt 11 Watt, und das rund um die Uhr. Das ist inzwischen deutlich zu viel. Rechnet man die ganzen Teile, die wir bislang in Betrieb hatten, mal zusammen, kommen auf einmal deutlich über 350 Watt zusammen, die da rund um die Uhr liefen. Ein Schaltnetzteil nimmt inzwischen nur noch 7 Watt auf, doch auch das ist noch zuviel.
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